Piraten und das logische Denken

Vorhin habe ich einen Hinweis auf einen Artikel im Abendblatt getweetet. Dort spricht der Chef der JuLis Johannes Vogel über die Bedingungen für eine schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl. Zu diesen gehört seiner Meinung nach eine Rücknahme der Freiheitseinschränkungen der letzten Jahre.

Wie bei solchen Tweets nicht unüblich, sprang mit @bauhausmensch sogleich der erste überengagierte Pirat um die Ecke:

@Parkrocker im Falle von Schwarz/Gelb wird die FDP nicht gegen #Zensursula vorgehen, daher: #fdp- #piraten+ http://tinyurl.com/n9wz6y

http://twitter.com/bauhausmensch/status/2927899659

Der Link verweist auf eine Antwort bei Abgeordnetenwatch von Jörg Behlen (FDP):

Als überzeugter Liberaler werde ich mich entschlossen dafür einsetzen, dieses Gesetz wieder abzuschaffen. Die FDP wird ihr Vorgehen von dem Ausgang der Bundestagswahl abhängig machen. Einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht halte ich für wahrscheinlich, sofern eine Regierungsbeteiligung der FDP ausbleiben sollte.

Für mich klingt das Vorgehen der FDP sehr schlüssig. Sollte es zu einer Regierungsbeteiligung kommen, ist eine Rücknahme u.a. der Netzsperren Bedingung. Sollte es nicht dazu kommen, wird gegen die Netzsperren geklagt. Die Position der FDP zur Netzsperre ist damit klar.

Dem durchschnittlichen Piraten mag das nicht ins Konzept passen. Eventuell sind aber auch alle Ressourcen der Piraten bei der Beaufsichtigung ihrer kinderfreundlichen und geschichtsinteressierten Mitglieder gebunden. Man weiß es nicht…

schülerVZ und der Jugendschutz

In den Informationen für Eltern und Lehrer bei schülerVZ heißt es unter anderem

Allerdings legen wir großen Wert darauf, dass die Schüler unter sich bleiben und kommunizieren können – daher bieten wir keinen Gastzugang für Erwachsene an.

In den AGB wird ganz deutlich formuliert

schülerVZ richtet sich ausschließlich an Schüler und Schülerinnen ab zwölf (12) Jahren. Du darfst den Service und das Angebot von schülerVZ daher nur nutzen, Dich anmelden und Mitglied werden, wenn Du mindestens das (zwölfte) 12. Lebensjahr vollendet hast und Schüler oder Schülerin bist.
[…]
Wenn Du also jünger als zwölf (12) Jahre, kein Schüler bzw. keine Schülerin, oder wenn Du mit den Allgemeinen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden bist, mußt Du von einer Anmeldung absehen.

schülerVZ gehört auch zu den Mitzeichnern des EU SNS Safer Social Networking Principles, einer Selbstverpflichtung zum Jugendschutz in Social Networks.
In dieser Selbstverpflichtung heißt es wörtlich:

– schülerVZ is restricted for persons between 12 an 21 years by terms
– profiles of older or younger persons who get reported will be deleted
– no possibility at schülerVZ to choose an age younger than 12 or older than 21

Die Rahmenbedingungen sind also klar abgesteckt.

Kürzlich habe ich eher zufällig auf der Webseite eines Mitgliedes des niedersächsischen Landtages, namentlich Victor Perli einen Verweis auf sein Profil bei schülerVZ gefunden. Victor ist älter als 21 und definitiv kein Schüler mehr.

Profile von Victor Perli

Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um mal unter realen Bedingungen zu testen, wie weit es mit der Selbstverpflichtung bei schülerVZ wirklich her ist und den Support am 22.07.2009 mit Mails an hilfe@schuelervz.net und vorzimmer@schuelervz.net informiert.

Guten Morgen zusammen :)

Soweit ich informiert bin, richtet sich euer Angebot SchuelerVZ an Schüler ab 12 Jahren. In euren AGB heißt es dazu:

„Wenn Du also jünger als zwölf (12) Jahre, kein Schüler bzw. keine Schülerin, oder wenn Du mit den Allgemeinen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden bist, mußt Du von einer Anmeldung absehen.“

Mir ist heute beim Surfen ein SchuelerVZ-Button auf der Homepage von Victor Perli aufgefallen. Diese Person ist laut Webseite 27 Jahre alt und beruflich mittlerweile definitiv über den Schulbesuch hinaus.
Das Profil findet sich unter diesem Link:
http://www.schuelervz.net/Profile/01dbacb79a5490ac/
Zusätzlich ist dort noch ein StudiVZ-Account verlinkt.
Ich frage mich nun, wieso neben einem StudiVZ-Account bei eriner fast 30-jährigen Person die Notwendigkeit besteht, einen SchuelerVZ-Account zu betreiben.
SchuelerVZ lässt öffentlich ja immer wieder verlauten, dass Jugendschutz ein sehr wichtiges Thema ist und ich gehe davon aus, dass unter diesem Gesichtspunkt auch der Ausschluß von Nicht-Schülern eine Rolle spielt.
Bevor ich die Sache im Blog publiziere, wüßte ich daher gerne, wie ihr zum konkreten Fall steht und was ihr nun nach Kenntnisnahme des AGB-Verstoßes zu tun gedenkt.

In der Antwort vom gleichen Tag wird mir mitgeteilt, dass man keine Anhaltspunkte dafür hätte, dass die Person fast 30 Jahre alt ist und mich bittet den Link zu seiner Webseite an den Support von schülerVZ zu senden. Weil ich ja ein schmieriger Denunziant</ironie> bin, kam ich dem gerne nach.

Hallo,

hier der Link zur Site mit Lebenslauf und Links zu Profilen im Schueler- und StudiVZ: http://www.perli.de/autor/
Geboren 1982 und beruflich als Landtagsmitglied engagiert. Also eindeutig kein Schüler mehr.

http://www.perli.de/autor/

Danach habe ich leider kein Feedback mehr bekommen, laut einer Bekannten mit Zugang zu schülerVZ ist das Profil auch heute noch vorhanden.
Es gibt nun mehrere Optionen, wieso nichts mehr passiert ist.
Entweder war der Zeitraum für eine Reaktion zu kurz oder das Profil wird nicht gelöscht, weil der Inhaber ein „Prominenter“ ist oder schülerVZ behandelt die Selbstverpflichtung einfach nicht mit dem gebotenen Ernst.
Ich hoffe ja, dass der Support ganz simpel bei seiner Arbeitsbelastung noch nicht zu einer Löschung gekommen ist. Alles andere wäre wohl der Jugendschutz-Offenbarungseid bei schülerVZ…

Die ganz tollen Webdesigner bei Xing

Gerade eben hatte ich wieder mal ein prickelndes Erlebnis der etwas anderen Art bei Xing. Dort treibt sich ja so mancher Hampel rum, er mehr auf Schein als auf Sein setzt. Bevorzugt gibt man sich dann als gefälliger Experte, der hilflosen Usern den Webdesign-Weg weist und andere Forenteilnehmer des Halbwissens bezichtigt.

Ein beeindruckendes Exemplar dieser bemitleidenswerten Gattung ist mir gerade eben über den Weg gelaufen. Nachdem ich schon dutzende Beiträge voll arrogantem Textmüll der jungen Dame ertragen musste, hab ich sie (nicht sehr) dezent darauf hingewiesen, wie es in ihrem Hof aussieht. Ein Kritikpunkt waren iframes auf ihrer eigenen Webpräsenz.

Gewohnt besserwisserisch musste ich mich dann gerade belehren lassen, dass ich mich ja selber disqualifiziert hätte, weil das gar keine iframes sind.

Ja sorry, dass ich mir nicht den Code jeder unbedeutenden „Business“-Seite komplett zu Gemüte führe. Mir reicht bereits die Optik eines iframes um das Angebot als nicht zeitgemäß einzustufen. Ob da jetzt iframes verwendet wurden oder irgendwelche overflow-Optionen, interessiert mich nicht.
Es heißt ja auch nicht: „Hier, kauf den Wagen. Ist nur die Optik vom Golf 1, in Wirklichkeit steckt der Motor vom Audi 80 drin.“ :D

Vielleicht fehlt mir einfach auch nur das Einfühlungsvermögen in die Denkweise einer umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerin, die womöglich den Großteil ihres Wissens in Kursen an der VHS erworben hat.
Vielleicht hat sie ja daher die Kompetenz, nur 10% der User bei Xing aus der Branche fundierte Kenntnisse zuzusprechen…

Nächtlicher WordPress-Terror

Gestern Abend ging mit dem WordPress-System vom Blog hier die Post ab. Nach dem Publizieren eines neuen Beitrags enstand bei manchen Besuchern ein noch nicht vollständig abgeklärter Fehler.
Der Beitrag ließ sich regulär aufrufen, bei einem Reload der Seite verabschiedete sich dann erst die CSS, die Startseite quittierte mit einem 403.

Ganz toll… :(

Den Fehler habe ich wie erwähnt noch nicht exakt eingrenzen können, bei anderen Beiträgen ist er auch nicht wieder aufgetreten. Gebastelt habe ich heute Nacht trotzdem noch ein wenig.

1. Revisionen
Wordpress bietet die Funktion, Revisionen der Beiträge zu speichern. Ich benötige das nicht und habe mich davon mit folgendem Code in der wp-config.php befreit.

define('wp_post_revisions', 0);

Die nun überflüssigen DB-Einträge habe ich mit

DELETE FROM wp_posts WHERE post_type = "revision";

entfernt.

2. Twitter Tools
Die Twitter tools von Alex King speichern sämtliche Tweets des hinterlegten Accounts in der Datenbank. Wer seine letzten Tweets nicht in der Sidebar anzeigen will, braucht diese zusätzliche Datensammlung nicht. Statt nun selber im Code des Plugins zu basteln, habe ich es kurzerhand entfernt und durch WP to Twitter ersetzt.
Die DB-Tabelle von Twitter Tools muss übrigens manuell entfernt werden.

Nes Icons Pack

Ein sehr schönes Set mit NES Icons findet sich bei deviantART:

NES Icon Pack

Ich weiß zwar noch nicht, ob und wie ich das mal einsetzen kann, aber die Icons gefallen mir so gut, dass es den Blogeintrag wert ist ;)

Link

Some rights reserved. This work is licensed under a
Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 License.

Volkspizza – Die Zutaten

Pizza? Das ist ja gar nichts technisches!

Richtig, mir aber egal… ;)

Volkspizza "Capricciosa" von Bild und Dr. Oetker

Ich habs gerade eben getan und mir im Supermarkt zwei Exemplare der Volkspizza „Capricciosa“ von Bild und Dr. Oetker gekauft. Bis jetzt ist noch alles ruhig – hoffentlich erwarten mich in der Verpackung keine schlechten Promi-News.

Da auf Twitter danach gefragt wurde, hier mal die Zutaten:
– Weizenmehl
– Wasser
– 13% schnittfester Mozarella Käse
– 6,8% Champignons
– 6,8% Fleischzubereitung (64% Schweinefleisch, Wasser, modifizierte Stärke, Salz, Glukosesirup, aufgeschlossenes Sojaeiweiß, Verdickungsmittel Carrageen, Aroma)
– Tomatenkonzentrat
– pflanzliches Öl
– 3,8% Porree
– 2,7% Gemüsepaprika
– Salz
– Backhefe
– Zucker
– modifizierte Stärke
– Gewürze
– Knoblauchpulver
– Aroma

Mal sehen, wie _das_ schmeckt… ^^

Update
Hier noch ein Bild der ausgepackten und der zubereiteten Pizza. Schmeckt insgesamt gut und ich würde sie wieder kaufen.
Nein, der Beitrag ist nicht bezahlt… :p

Das virtuelle Volk

Die ‚ct beschreibt im aktuellen Editoral sehr schön, warum die ganzen Online-Protestaktionen am Ende doch nur wieder verpuffen werden:

Tausende, Zehntausende rufen online zum Protest auf. Ein paar Hundert versammeln sich an Ort und Stelle; der Rest drückt daheim F5 – mal lesen, wie es gelaufen ist.

Wochenlang haben die Leute im Web 2.0 agitiert, während dort draußen – in der Realität 1.0 – echte Politik gemacht wurde. Ach, wäre doch jeder Tweet und jeder Forenkommentar gegen die albernen Stoppschilder eine Postkarte an einen Bundestagsabgeordneten, jeder Blog-Eintrag ein Leserbrief an ein Medium der Ewiggestrigen, mit felsenfester Argumentation und kompetenter Rechtschreibung. Aber wer will sich dafür schon dem Postschalterangestellten unterwerfen! Wir sind im Recht; die anderen haben keine Ahnung.

http://www.heise.de/ct/editorial/

Am Ende wird der ganze Protest (leider) wieder verpuffen. Mit den Piraten ist so wie es aktuell aussieht auf Dauer eh nichts zu bewegen. Der Großteil der analogen Bevölkerung findet die suspekt und schreckt spätestens bei dem Namen Tauss (wegen der wie auch immer gearteten und eventuell medial aufgebauschten KiPo-Kompetenz) oder den aktuellen braunen Vorfällen innerhalb der Piratenpartei auf.

Für den analogen Bürger sind solche Parteien halt nicht wählbar – und genau auf diesen kommt es bei der Bundestagswahl an.

Klar, die Piraten sind aktuell auf einem Höhenflug und erleben eine ungewohnte Aufmerksamkeit. Mal abgesehen von der damit teils einhergehenden Übermütigkeit und Überheblichkeit, bin ich gespannt, wieviele aus der Netzgemeinde den Piraten in einem halben bis ganzen Jahr noch anhängen.
Die meisten aktuellen Sympathisanten klammern sich meiner Meinung nach einfach nur an die Illusion, etwas „ändern“ zu können. Ob da jetzt Piraten oder Butterkäse drauf steht, spielt erstmal keine Rolle.

Fragt sich nur, ob es auf Dauer nicht der falsche Weg sein wird, seine Zeit mit „klarmachen“ zu verschwenden oder ob es nicht doch sinnvoll gewesen wäre, bei etablierten Parteien von innen heraus aufzuräumen. Die Zeit wird es zeigen…

Michael Kessler im Netz

Kessler? Wer ist das denn?

Na der Typ, der in seine Stiefel gepinkelt hat!

Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass man Michael Kessler lange Zeit vor allen Dingen so in Erinnerung hatte. Als den Klausi, der in Manta, Manta in seine eigenen Stiefel gepinkelt hat. Seltsamerweise scheint die Figur aus dem Film echte Fans zu haben, wie das Best Of hier beweist.

Über die Jahre ist mir Michael Kessler eigentlich nicht mehr so besonders aufgefallen. Wer sich seine Filmografie anschaut, wird bemerken, dass Michael seit mindestens 1991 fortlaufend im bewegten Bild zu sehen war.
Da war also noch mehr als die Stiefelgeschichte… ;-)

Richtig bewußt wahrgenommen habe ich ihn erst wieder vor einiger Zeit, als Kesslers Knigge auf Sat.1 anlief. In seiner ersten Solo-Show bietet Kessler Orientierung bei den No-Go’s des täglichen Lebens. Kostproben davon gibt es bei YouTube.

Über den Twitter-Account @kesslermichael bin ich dann auch auf seine Webseite gestoßen. Diese finde ich im Gegensatz zu vielen anderen Promis richtig gut aufgemacht. Die Startseite hat ein bisschen was von einem Social Media-Showroom.

Startseite von michaelkessler.tv

Schön gelöst und übersichtlich aufgemacht ist auch sein umfangreiches Portfolio. Die Navigation und das Material dort geben einfach mehr her als ein stumpfer Lebenslauf.

Webseite von Michael Kessler

Die Mediathek bietet diverse Clips seiner Arbeiten, die man auf Plattformen wie YouTube findet, PDF’s mit Michaels Vita, Kritkken, einen Pressepsiegel und vieles mehr.

Webseite von Michael Kessler

Ich könnte euch hier noch x Screenshots zeigen und diverse Beschreibungen der Seite liefern. Am besten ist es wohl, wenn ichr euch dort selber mal umschaut. Nutzt die Gelegenheit, um in Ruhe zu betrachten wie es aussieht, wenn ein Künstler (bzw. sein Management) das Internet verstanden hat.

Eventuell folgt ihr Michael ja auch bei Twitter und erlebt ihn dort live während Kesslers Knigge ausgestrahlt wird.

Kessler live bei Twitter

Ich kann es nur empfehlen :-)