In vielen Großstädten gibt es sie bereits, in Osnabrück fehlen sie: Freie Lastenräder, von Ehrenamtlichen organisiert und von jedermann kostenlos (aber nicht umsonst) nutzbar.

Mitte 2017 hat sich da tatsächlich etwas bewegt und ein Osnabrücker Bürger (nennen wir ihn Herrn A.) hat sich auf den Weg gemacht, etwas in der Richtung anzuschieben. Nach der ersten anfänglichen Euphorie wurde es um das ganze Projekt etwas ruhiger und auch auf Nachfragen gab es nur sporadisch eine Reaktion. Da ich diese Sache für sehr wichtig hielt, habe ich mir Gedanken darum gemacht, wie man sie trotzdem nach vorne bringen kann und mittelfristig eine Lösung auf die Beine gestellt bekommt.

Anlaufstelle waren hier die Betreiber des Lastenrades aus einer Nachbarstadt und ein Projekt von Stadt und Stadtwerken zur nachhaltigen Mobilität. Vor einem gemeinsamen Treffen habe ich wiederrum Herrn A. angeschrieben und gefragt, ob sich bei ihm noch was tut, da bereits seit geraumer Zeit ja nichts mehr passiert wäre. Erst wurde Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert, auf ein konkretes Gesprächsangebot dann aber nicht mehr reagiert. In kleiner Runde wurde dann ein Treffen organisiert, bei dem die bereits funktionierende Idee aus der Nachbarstadt präsentiert wurde. Ich konnte leider aus gesundheitlichen Gründen bei diesem Treffen nicht dabei sein, blieb aber an dem Thema dran.

Da ich nicht mehr sehr zuversichtlich war, dass sich bei Herrn A. noch etwas tut, habe ich eine alternative Domain registriert, Social Media-Kanäle eingerichtet und im Hintergrund weiter an einem kleinen Konzept gefeilt. Mit dem festen Willen, etwas zu bewegen.

Zwischenzeitlich tauchte dann ein Crowdfounding auf, welches recht planlos wirkte und nach kritischen Anmerkungen sofort wieder eingestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir bereits ernsthaft Sorgen angesichts der offensichtlichen Planlosigkeit hinter diesem Projekt.

Irgendwann ist dann alles ein wenig eskaliert, mir wurde öffentlich vorgeworfen, andauernd zu „nerven“, auf eine Antwort bräuchte man nicht mehr warten, das Projekt von Herrn A. würde eingestellt. Auf meine Anfrage, dann die (gefälligere) Domain von Herrn A. übernehmen zu wollen, wurde aus dem „Projekt eingestellt“ ein „Projekt pausiert“, ich wurde per Privatnachricht hart angegangen und im Nachgang sämtliche seiner Tweets gelöscht.

Nun gut, offenbar bestand da kein Interesse mehr. Ich gehe davon aus, dass hier nicht die Community und das Sharing im Vordergrund standen, sondern etwas, was irgendwie mit einem Ego und Selbstdarstellung zu tun haben könnte – das sind aber natürlich nur Mutmaßungen.

Bei mir ging es voran, ich bin mit der alternativen Domain und den Social Media-Kanälen öffentlich aufgetreten, habe mich mit dem Handbuch Freie Lastenräder beschäftigt, den örtlichen ADFC und VCD kontaktiert, um eine Basis Gleichgesinnter aufzubauen.

Heute kam es dann in einer Peergroup zu dem Thema erneut zur Frage, ob Herr A. denn mal dazu angesprochen wurde. Ich habe das bisherige Geschehen in ganz kurzen Sätzen angeschnitten und bekam dann als Antwort, dass man Herrn A. dann nun nochmal dazu anschreiben würde.

Mir platzt ein wenig der Kragen: Da vegetiert ein Projekt mit hoher Strahlkraft seit Monaten vor sich hin, dessen Betreiber scheint es nur unmotiviert zu verfolgen und wenn dann mal jemand anderes so eine Sache in die Hand nimmt, landet man am Ende immer wieder bei Herrn A. Dieser Herr A. hat anscheinend eine Entscheidung getroffen, dort möchte man sich wohl nicht beteiligen. Wenn ich nun wieder monatelang meine Kraft und Zeit damit verschwende, jemandem hinterherzulaufen, der nicht kann oder schlicht nicht mag, dann kann ich mich in der Zeit auch sinnvoller einfach vor Netflix setzen.

An der Stelle bin ich dann auch raus. Ja, da mag der eine oder andere von euch Befindlichkeiten vermuten, da mögt ihr mir ein gewisses „eingeschnappt sein“ unterstellen – irgendwann ist halt mal Schluss.

Vielen Dank für eure Zeit… :-)