Die Überschrift ist drastisch formuliert, aber auch nach einer knappen Stunde sitzt mir der Schrecken nach wie vor in den Gliedern. Was war passiert?

Ich war vorhin mit meiner kleinen Tochter unterwegs und hatte etwas vergessen. Ohne Kind und Anhänger war ich dann nochmals auf dem Weg durch Osnabrück von der hinteren Wüste zum Schölerberg. Am Rosenplatz stand ich gegen ca. 20 Uhr vor einer roten Ampel auf dem Radfahrstreifen, links neben mir wartende Autos, rechts neben mir die Abbiegespur mit grüner Ampel.

Der blaue Pfeil deutet auf meinen Standpunkt, die roten Pfeile zeigen die Fahrtrichtung des LKW

Plötzlich hörte ich von hinten einen LKW heranrauschen. Ich habe mich kurz umgedreht und bemerkt, dass der LKW mit Anhänger und Containern darauf „sehr zügig“ unterwegs ist. Instinktiv habe ich mich leicht nach links gelehnt, in dem Moment war schon das Führerhaus neben mir und zwar so dicht, dass ich ohne einen beherzten Sprung nach links diese Zeilen nun wohl nicht mehr schreiben würde.

Kein Witz, da waren vielleicht 30, maximal 40 Zentimeter zwischen mir und einem riesigen LKW. Rad am Boden, ich daneben, andere wartende Leute an der Ampel zu Tode erschrocken. Als ich mich aufgerappelt hatte, war natürlich keiner mehr da, Kennzeichen habe ich nicht, da alles viel zu schnell ging.

Es gibt wenige Situationen in meinem Leben, in denen ich mir fast in die Hosen gemacht hätte, diese war eine davon. Zum Glück war mein Kind zu diesem Zeitpunkt bereits daheim.

Osnabrück wurde diese Woche als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet, in der man als Radfahrer „hervorragende Bedingungen“ vorfinden soll. Vielleicht dramatisiere ich diesen Vorfall ja aber auch nur im Rahmen eines subjektiven Sicherheitsempfindens, von dem in diesem Artikel die Rede ist…

Und ja, ich hatte eine Warnweste an und einen Helm auf. Das habe ich zu später Stunde immer, da meine Kleidung oft sehr dunkel ist. Daran hat es also nicht gelegen. Zudem ist der Rosenplatz ziemlich hell ausgeleuchtet.

Passt auf euch auf!