Einige Monate nach seinem Erscheinen ist der Eee PC 701 sicher nicht mehr ganz taufrisch und wird mittlerweile durch seine Nachfolger in vielen Bereichen übertroffen. Da der gegenwärtige Preis (ca. 200 ~ 250 Euro) in Relation zur Leistung sehr attraktiv ist, fiel die Kaufentscheidung trotzdem auf das Modell 701.

Aus der Erfahrung mit anderen und teils ziemlich schweren Notebooks, habe ich beschlossen, das mein privater Begleiter so klein und leicht sein muss, dass man ihn wirklich überall hin mitnehmen kann. Außerdem wollte ich nicht viel ausgeben, da ich für produktive Zwecke noch Zugriff auf vollwertige Desktop-PC’s habe.

Für den Preis von ca. 250 Euro (bei Amazon mit viel Glück neu auch nur 200 Euro) bekommt man das Gerät, einen Akku (dazu später mehr), ein kompaktes Netzteil, eine Tasche für den Eee PC und natürlich die obligatorischen CD’s mit Recovery-Software und Treibern. Der Akku kommt bei den aktuell verfügbaren Geräten in zwei Versionen. Es gibt den Akku mit 5200 mAh und mit 4400 mAh. Bei letzterem erhält man als Bonbon einen Gutschein für 300 Stunden kostenloses W-LAN über T-Mobile-Hotspots.

Beim ersten Einschalten startet sich automatisch das kurze Setup, bei dem man die Lizenzbedingungen aktzeptiert sowie seinen Benutzernamen und das Passwort festlegt.
Der Eee PC wird mit einem modifizierten Linux (Xandros) ausgeliefert. Die sehr einfach gehaltene Oberfläche zeigt die einzelnen Anwendungen in verschiedenen Registerkarten mit großen Icons an.
Diese Register beschleunigen das Auffinden von Anwendungen allerdings nicht wirklich. So muss der Benutzer erst in Erfahrung bringen, in welcher Kategorie die gewünschte Anwendung liegt.

Ein großes Manko der Oberfläche im sogenannten „Easy Mode“ offenbart sich dabei auch gleich: Bei Installation zusätzlicher Programme erscheinen diese nicht automatisch als Icons. Der Nutzer muss dafür einen Eingriff in Konfigurationsdateien vornehmen.
Ich habe als erste Maßnahme den „Full Desktop“ mit kompletter KDE-Oberfläche aktiviert. Das ist mit ein paar Handgriffen und risikolos möglich.

Am spannendsten war für mich die Frage, wie sich das Arbeiten mit dem Eee PC in der Praxis gestaltet. Der Bildschirm ist entgegen meinen ersten Befürchtungen mehr als erträglich. Trotz 7 Zoll Bildschirmdiagonale ergeben sich keine größeren Probleme. Einzig manche Dialoge sind nicht sofort voll erreichbar. Hier hilft aber die Alt-Taste in Kombination mit dem Touchpad.
Alles in allem funktioniert auch die Tastatur ganz gut. Es bedarf allerdings einiger Übung um mit den kleinen Tasten eine annehmbare Schreibgeschwindigkeit zu erreichen.
Kritikpunkte an der Tastatur sind sicherlich der nicht leicht auszumachende Druckpunkt und die sehr kleine Enter-Taste. In den USA mag diese üblich sein, hier hingegen ist eine einzeilige Eingabetaste absolut ungewohnt.

Den Kauf des Gerätes kann ich trotz der mittlerweile erschienenen Nachfolger absolut empfehlen. Vor dem Kauf sollte man das Netbook aber unbedingt in der Hand gehabt haben und die Ergonomie für sich selber prüfen.