2007 hat Mark Zondler bei Twitter den Benutzernamen @mannheim registriert. Nachdem sich Twitter nun als ziemlich relevant für Onlinemarketing-Aktivitäten herausgestellt hat, möchte die Stadt Mannheim diesen Account gerne für sich. Mark hat daher eine Abmahnung erhalten und soll bis zum 10.02.2010 eine strafbewehrte Unterlassungsverpflichtung abgeben. So viel zu den Fakten.

Als erstes musste ich ja über die Formulierung der Abmahnung schmunzeln. Dort ist die Rede davon, dass nur durch Abgabe der Unterlassungsverpflichtung eine Wiederholungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Ich frage mich, wie eine Wiederholung des konkret abgemahnten Sachverhaltes möglich sein soll, wenn Mark den Account an die Stadt Mannheim abgibt? Bezieht sich das jetzt auf den Benutzernamen „mannheim“ bei beliebigen Web-Diensten oder andere Kombinationen mit „mannheim“ enthalten bei Twitter? Ich würde das so schon mal auf gar keinen Fall unterschreiben.

Dann ist es natürlich wieder mal faszinierend, dass der Verantwortliche den Streisand-Effekt nicht kennt oder nicht in seine Planungen einbezogen hat. Was macht er denn, wenn sich nun dutzende User diverse Accounts mit Bestandteil „mannheim“ registrieren und interesssierte Follower so völlig verwirren. @StadtMannheim ist übrigens schon vergeben…

Und wieso muss es überhaupt @mannheim sein? Wieso macht man es dort nicht wie z.B. bei @StadtOsnabrueck? Ich finde es wesentlich angenehmer, wenn sich eine Gemeinde für einen Account mit dem Zusatz „Stadt“ oder „Kreis“ entscheidet.

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass hier wieder mal eine Menge Porzellan zerstört wurde ohne das es dafür einen konkreten Anlass gegeben hätte. Bis vor ein paar Wochen habe ich jeden dieser Fälle und die Reaktion der Abmahner interessiert verfolgt, aber mittlerweile wird es echt langweilig… *gähn*