Protokolle wie ICQ oder MSN sind von Haus aus geschlossen. Bei ICQ zum Beispiel liegt die Kontrolle über das Protokoll alleine bei AOL. Hieraus und aus folgenden Punkten ergeben sich für die Nutzer erhebliche Nachteile:

Datenschutz
In den Nutzungsbedingungen von ICQ heißt es sinngemäß:

Sie stimmen zu, dass Sie Ihr Urheberrecht sowie jegliche andere Eigentumsrechte an gesendetem Material durch das Senden aufgeben. Des Weiteren stimmen Sie zu, dass ICQ Inc. befugt ist, nach eigenem Ermessen jegliches gesendete Material oder gesendete Informationen in jeder Art und Weise zu benutzen, beispielsweise, aber nicht ausschließlich, indem es das Material veröffentlicht oder verbreitet.

Alternative Clients
ICQ gestattet keine Benutzung alternativer Clients. Dadurch und durch die fehlende Opazität (siehe unten), können bei einem Update des Protokolls große Teile alternativer Clients ausgeschlossen werden.

Opazität
Der geschlossene Quelltext ist ein Risiko für Sicherheit, Anonymität und Privatsphäre der Nutzer. Dieses Problem teilt ICQ mit so gut wie allen anderen Messenger-Protokollen.

Fehlende Verschlüsselung
Die Kommunikation zwischen den Nutzern ist für jeden Mittelsmann einsehbar, da ICQ von Haus aus keine Verschlüsselung anbietet.

Jabber ist eine Sammlung quelloffener Protokolle. Grundgedanke von Jabber war, eine freie Alternative zu geschlossenen Protokollen wie z.B. ICQ oder MSN zu schaffen, mit der weltweite Kommunikation ohne Kontrolle möglich ist. Vorteile von Jabber sind z.B.:

Dezentrale Server
Nutzer von z.B. ICQ müssen sich immer über einen zentralen Server anmelden. Ist dieser nicht erreichbar, ist keine Nutzung möglich. Jabber hingegen setzt auf ein dezentrales System, dass durch den Ausfall einzelner Server nicht funktionsunfähig wird.

Offenes Protokoll
Jabber basiert auf dem offenen Protokoll XMPP. Dieses ist für jeden Nutzer einsehbar. Die vollständige Kontrolle über sämtlichen Datenverkehr mit dem Jabber-Netzwerk ist damit also gegeben.

Transports
Um nach dem Umstieg auf Jabber weiterhin mit Kontakten aus anderen Netzwerken kommunizieren zu können, unterstützt Jabber sogenannte Transports. Diese senden die Nachrichten an und von  Nutzern anderer Netzwerke weiter und sorgen so für Erreichbarkeit anch einem Wechsel zu Jabber.

Sicherheit
Jabber bietet die Möglichkeit, Verbindungen mit SSL-Verschlüsselung aufzubauen. Viele Clients unterstützen zudem PGP zur Signierung von Online- und Offline-Events.

Erweiterbarkeit
Jabber nutzt XML und lässt sich daher sehr gut erweitern. Bei Bedarf lassen sich neue Namespaces einfügen und Clients können somit neue Funktionen unterstützen.

Ähnlich wie bei anderen Plattformen, hat der Nutzer bei Jabber eine Kennung, mit der er für andere Nutzer im Netzwerk eindeutig zu identifizieren ist. Diese setzt sich aus dem Benutzernamen, einem „@“, sowie der Domain des Servers zusammen. Optional ist noch die Ressource angehängt. Beispiel:

Jabber-Identifier

Da mit Jabber multiple Logins von verschiedenen Geräten möglich sind, lässt sich die Ressource zudem mit einer Priorität verknüpfen. Ist der Nutzer mit mehreren Geräten gleichzeitig angemeldet, erhält er die für ihn bestimmten Nachrichten an die Ressource mit der höchsten Prioriät.

Im nächsten Teil werde ich einen Überblick über empfehlenswerte Anbieter für einen eigenen Jabber-Account geben.