Gläserner Bürger? Ja bitte!

Manchmal fehlen mir die Worte. So auch vor kurzem in der Umkleide des Fitnessstudios, als ich das Gespräch zweier junger Männer zufällig mitgehört habe. Der eine erzählte, dass er am Folgetag morgens mit seiner Freundin trotz dieser Temperaturen ein kleines Sektfrühstück abhalten muss, weil diese eine Kooperation mit einem Sekthersteller habe.

Es ging um Instagram und das Geld, welches seine Freundin damit verdienen würde. Sie wäre nämlich eine ganz schlaue und würde sich viel von dem für die Aufnahmen benötigten Zeug einfach online bestellen und danach wieder zurücksenden. Nur die Rechnungen, die würde sie behalten und im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung als Ausgabe ihres Gewerbes angeben.

Klasse, wirklich tolle Idee.

Der Typ war wohl auch unheimlich stolz darauf, dass seine Freundin eine so unfassbar schlaue Füchsin ist. So kreativ beim Steuern sparen, so erfolgreich auf Instagram.

Wenn ich mir solche Geschichten von und über kriminelle Schmarotzer anhören muss, dann wünsche ich mir ein wenig mehr gläserner Bürger. Dann wünsche ich mir eine Vernetzung zwischen Finanzamt und Wirtschaft, einen elektronischen Abgleich aller Käufe und Retouren mit den Steuererklärungen der Bürger.

Lohnen dürfte sich das für den Fiskus und damit für uns alle als Gesellschaft allemal…