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Schlagwort: Zensur (Seite 1 von 2)

Google – Schluß mit Zensur oder Rückzug aus China

Google hat soeben einen bemerkenswerten Blogpost veröffentlicht. Darin ging es um kürzlich erfolgte Attacken gegen Google aus China und den Versuchen, in die Googlemail-Accounts von Menschenrechtlern einzubrechen. Weiterhin wurde wohl festgestellt, dass über einen längeren Zeitraum routinemäßig unbefugte Logins in die Mailkonten von Anwälten aus den USA, China und Europa gab, die sich mit Menschenrechten beschäftigen. Diese Zugriffe resultieren nicht aus Einbrüchen bei Google, sondern vermutlich aus geschickter Spionage nach den Zugangsdaten.

Aus den Attacken zieht Google nun folgende Konsequenz:

These attacks and the surveillance they have uncovered–combined with the attempts over the past year to further limit free speech on the web–have led us to conclude that we should review the feasibility of our business operations in China. We have decided we are no longer willing to continue censoring our results on Google.cn, and so over the next few weeks we will be discussing with the Chinese government the basis on which we could operate an unfiltered search engine within the law, if at all. We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China.

Im Klartext ist Google also nicht mehr gewilllt, ein Engagement in der derzeitigen Form in China fortzuführen. Es soll Gespräche mit chinesischen Behörden über eine Lockerung der Zensur geben, in deren letzter Konsequenz Google auch eine Schließung von Google.cn und der Büros in China in Kauf nehmen will.

Daumen hoch für die Entscheider. Die Entscheidung von Google wird zwar nichts an den Zuständen in China ändern, aber dieses Zeichen ist sicher sehr viel wert… :)

Netz ohne Gesetz…

…ist der Aufmacher des aktuellen Spiegel. Dort heißt es zum Beispiel:

So ist das Internet zwar die größte Befreiung des Geistes seit der Erfindung der Buchdruckerkunst, aber zugleich ein Massenspeicher für alle Übel, die Menschen sich ausdenken, vom schlichten Schmutz bis zu den schlimmsten Auswüchsen der Phantasie. Es ist ein Beschleuniger für Innovationen, aber eben auch für kriminelle Energien, vom Trickbetrug mit der erfundenen Geschichte einer nigerianischen Diktatorenwitwe, die dringend ein Konto braucht, auf das sie ein paar Millionen Euro überweisen kann, bis zu den härtesten Formen der Organisierten Kriminalität.

Der sogenannte Kannibale von Rotenburg fand sein Opfer in einem Internetforum. Es gibt Selbstmordtreffs, Folter- und Snuffvideos zuhauf, es gibt Amokforen, Anleitungen zum Mixen von Medikamenten- und Drogencocktails und natürlich Bombenbastelseiten. Sowohl die sogenannten Kofferbomber als auch die Sauerlandgruppe hatten die Instruktionen für ihre Höllenmaschinen aus dem Internet.

Quelle

Darüber regen sich Blogger wie Felix von wirres.net auf:

dass es all diese menscheitsübel, betrug, mord, selbstmord, bomben, drogen und medikamentenmissbrauch auch schon vor dem internet gab, muss man als spiegel-autor nicht extra betonen, klar. trotzdem frage ich mich manchmal, warum sich das internet von einer durchschnittlichen deutschen grossstadt oder boulevard-zeitung unterscheiden sollte?

Hmm… Wirklich faszinierend, wie weit manche Menschen der Realität schon entrückt sein müssen. Die durchschnittliche deutsche Großstadt unterscheidet sich in den Vorstellungen eines Netzbewohners also nicht mehr vom Internet? Schon komisch, mit meinem noch vorhandenen Real Life hab ich immer den Eindruck, dass es einem in einer deutschen Großstadt wesentlich schwerer fällt, ein Snuff-Video an jeder Straßenecke kaufen zu können oder einen Kannibalen im Bus zu finden.
Die Bombenbastelseite in der Boulevardzeitung mit den vier Buchstaben hab ich auch noch nicht gefunden.
Natürlich existieren all diese Dinge auch ohne Internet und schon lange vor diesem. Es dürfte einem im wirklichen Leben allerdings wesentlich schwerer fallen, ungehinderten Zugang dazu zu finden. Das Internet macht neben nützlichen und innovativen Neuerungen halt auch alles Schlechte weltweit und jederzeit verfügbar.
Wer das im Rahmen der aktuellen Zensurdebatte wegdiskutieren möchte, der hat den Bezug zur Realität wohl schon zu weit verloren, um noch brauchbarer Gesprächspartner zu sein…

Der Videopodcast des JuLi-Bundesverbands. Diesmal: Internetzensur muss zurückgenommen werden!

Wir trauern…

Wir trauern...

via: BooCompany

Von Teheran nach Berlin

„Wird das Internet die Welt verändern?“ Diese Frage hört man ständig und in immer wieder neuen Variationen. Die Antwort ist mehr als simpel: Nein, das Internet wird die Welt nicht verändern, es hat die Welt bereits verändert.

Ein aktuelles Beispiel dafür sind die Vorgänge nach den Wahlen im Iran. Dort halten die Machthaber mit aller Gewalt an ihren Ämtern fest. Sie schalten Mobilfunknetze ab und sperren das Internet. Trotz dieser Zensurversuche dringen aber täglich neue schreckliche Bilder an die Öffentlichkeit. Für diese Bilder und die damit verbundene Aufklärung der Weltöffentlichkeit riskieren viele Menschen ihr Leben.

Bewirken solche Aktionen im Internet etwas? Greifbare Änderungen wird das Internet nicht in die politische Landschaft im Iran bringen. Ich persönliche erwarte nicht, dass die Machthaber vor der erzeugten Öffentlichkeit kapitulieren.

Dieses Beispiel zeigt aber sehr schön, dass sich der Informationsfluss nicht mehr stoppen lässt. Noch in den 80er Jahren hätten die Bilder (geschweige denn Videos) aus Teheran nicht so einfach ihren Weg um die Welt gefunden. Die Berichterstattung lässt sich nicht mehr unterdrücken, Zensur hat den Weg in vielen Fällen noch nicht in die neuen Medien gefunden oder wird von Bürgerrechtlern unter immensen Gefahren umgangen.

Wenn ich den Faden mal weiter spinne, sehe ich mich in vielen Jahren in einer Gesellschaft, in der jeder Zugang zu allen Informationen hat, korrupte Machthaber und Diktatoren brisante Informationen nicht mehr einfach verbergen können und in der der Bürger wirklich frei und mündig sein wird.

Den Grundstein dafür müssen wir alle schon heute legen und Bestrebungen wie z.B. den geplanten Netzsperren in Deutschland mit aller Macht und entschieden entgegentreten. Hier wird der Grundstein gelegt für eine Infrastruktur wie man sie sich aktuell z.B. in Teheran wünschen würde.

Unter dem Vorwand KiPo verhindern zu wollen, werden Gesetze durchgedrückt, die genau so gut einen Vorhang im Netz vor oppositionellen Parteien, Bürgerrechtsorganisationen oder sonstigen NGO’s spannen könnten.

Wie würde es wohl in 20 Jahren in Deutschland aussehen, wenn zuerst „Killerspiele“, dann gewalttätige Filme, Musik mit expliziten Inhalten und am Ende jede unliebsame Meinung gesperrt würde!?

Wir sind in Deutschland viel zu sehr verwöhnt von Rechten, die anderswo auf der Welt eben nicht selbstverständlich sind. Zu viele Bürger verschließen vor manch einem Gesetz oder einer neuen Reglementierung die Augen, weil sie sich sicher sind, dass „da oben“ ja schon alles korrekt abläuft.

Sie sind davon überzeugt, dass sie ja ihre Rechte haben, die man ihnen nicht nehmen kann.

Aber genau diesen Rechten geht es jetzt an den Kragen und das nicht erst heute mit den KiPo-Sperren, sondern schon seit Jahren mit Lauschangriffen, Trojanern, Postkontrollen im Vorfeld kritischer Veranstaltungen (z.B. G8 Heiligendamm) und vielem mehr.

Heute läuft die Petition gegen die Internetsperren aus. Rafft euch auf und setzt ein Zeichen gegen die Vorhaben der großen Koalition. Nutzt die Gelegenheit um „denen da oben“ zu zeigen, dass sie eben nicht alles machen können was ihnen gerade in den Kram passt. Führt ihnen vor Augen, das wir mehr sind als Stimmvieh, dass sich alle 4 Jahre neu verarschen lässt.

Ihr könnt natürlich auch alles so lassen wie es jetzt ist, weiter eurer geregelten Arbeit nachgehen und abends in eure sicheren 50 Quadratmeter Deutschland flüchten. Ihr müsst euch nur fragen, ob ihr noch in dem Land leben wollt, dass euch dann eines Morgens vor eurer Haustür erwarten wird…

Mitzeichnen hier!

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