„Wird das Internet die Welt verändern?“ Diese Frage hört man ständig und in immer wieder neuen Variationen. Die Antwort ist mehr als simpel: Nein, das Internet wird die Welt nicht verändern, es hat die Welt bereits verändert.

Ein aktuelles Beispiel dafür sind die Vorgänge nach den Wahlen im Iran. Dort halten die Machthaber mit aller Gewalt an ihren Ämtern fest. Sie schalten Mobilfunknetze ab und sperren das Internet. Trotz dieser Zensurversuche dringen aber täglich neue schreckliche Bilder an die Öffentlichkeit. Für diese Bilder und die damit verbundene Aufklärung der Weltöffentlichkeit riskieren viele Menschen ihr Leben.

Bewirken solche Aktionen im Internet etwas? Greifbare Änderungen wird das Internet nicht in die politische Landschaft im Iran bringen. Ich persönliche erwarte nicht, dass die Machthaber vor der erzeugten Öffentlichkeit kapitulieren.

Dieses Beispiel zeigt aber sehr schön, dass sich der Informationsfluss nicht mehr stoppen lässt. Noch in den 80er Jahren hätten die Bilder (geschweige denn Videos) aus Teheran nicht so einfach ihren Weg um die Welt gefunden. Die Berichterstattung lässt sich nicht mehr unterdrücken, Zensur hat den Weg in vielen Fällen noch nicht in die neuen Medien gefunden oder wird von Bürgerrechtlern unter immensen Gefahren umgangen.

Wenn ich den Faden mal weiter spinne, sehe ich mich in vielen Jahren in einer Gesellschaft, in der jeder Zugang zu allen Informationen hat, korrupte Machthaber und Diktatoren brisante Informationen nicht mehr einfach verbergen können und in der der Bürger wirklich frei und mündig sein wird.

Den Grundstein dafür müssen wir alle schon heute legen und Bestrebungen wie z.B. den geplanten Netzsperren in Deutschland mit aller Macht und entschieden entgegentreten. Hier wird der Grundstein gelegt für eine Infrastruktur wie man sie sich aktuell z.B. in Teheran wünschen würde.

Unter dem Vorwand KiPo verhindern zu wollen, werden Gesetze durchgedrückt, die genau so gut einen Vorhang im Netz vor oppositionellen Parteien, Bürgerrechtsorganisationen oder sonstigen NGO’s spannen könnten.

Wie würde es wohl in 20 Jahren in Deutschland aussehen, wenn zuerst „Killerspiele“, dann gewalttätige Filme, Musik mit expliziten Inhalten und am Ende jede unliebsame Meinung gesperrt würde!?

Wir sind in Deutschland viel zu sehr verwöhnt von Rechten, die anderswo auf der Welt eben nicht selbstverständlich sind. Zu viele Bürger verschließen vor manch einem Gesetz oder einer neuen Reglementierung die Augen, weil sie sich sicher sind, dass „da oben“ ja schon alles korrekt abläuft.

Sie sind davon überzeugt, dass sie ja ihre Rechte haben, die man ihnen nicht nehmen kann.

Aber genau diesen Rechten geht es jetzt an den Kragen und das nicht erst heute mit den KiPo-Sperren, sondern schon seit Jahren mit Lauschangriffen, Trojanern, Postkontrollen im Vorfeld kritischer Veranstaltungen (z.B. G8 Heiligendamm) und vielem mehr.

Heute läuft die Petition gegen die Internetsperren aus. Rafft euch auf und setzt ein Zeichen gegen die Vorhaben der großen Koalition. Nutzt die Gelegenheit um „denen da oben“ zu zeigen, dass sie eben nicht alles machen können was ihnen gerade in den Kram passt. Führt ihnen vor Augen, das wir mehr sind als Stimmvieh, dass sich alle 4 Jahre neu verarschen lässt.

Ihr könnt natürlich auch alles so lassen wie es jetzt ist, weiter eurer geregelten Arbeit nachgehen und abends in eure sicheren 50 Quadratmeter Deutschland flüchten. Ihr müsst euch nur fragen, ob ihr noch in dem Land leben wollt, dass euch dann eines Morgens vor eurer Haustür erwarten wird…

Mitzeichnen hier!