Corona: Die Egoisten sind das Problem

Deutschland hat im bisherigen Verlauf der Coronapandemie geradezu unverschämtes Glück gehabt. Die Wirtschaft hat zwar eine Delle, die Arbeitslosenzahlen spiegeln den Lockdown im Frühjahr wieder und dennoch geht es uns gut. Wir haben vergleichsweise wenige tote, die Krankenhäuser sind bisher nicht überlastet gewesen und mit den bekannten Beschränkungen läuft das Leben wieder einigermaßen normal.

Jetzt, mit Beginn des Herbstes, erleben wir allerdings auch hier etwas, dass bereits seit Wochen seit Wochen in allen unseren Nachbarländern passiert: Einen massiven Anstieg der Infektionszahlen.

In Osnabrück hat das dazu geführt, dass in der Innenstadt und angrenzenden Bereichen verpflichtend auch an der frischen Luft eine Maske getragen werden muss:

Im Bereich folgender Straßen und Plätze in der Innenstadt des Stadtgebietes Osnabrück (siehe Anlage) ist, unabhängig von der Einhaltung des Abstandsgebotes im Sinne von §§ 1, 2 der Nds. Corona-Verordnung, eine Mund-NasenBedeckung zu tragen

Quelle

Wie zu erwarten, tobt nun in den Kommentarspalten der regionalen Tageszeitung ein Krieg um die Meinungshoheit unter den üblichen Verdächtigen. Hier mal ein paar „Highlights“ in Auszügen:

Warum nicht Ende Oktober beim bummeln ein Eis aus der Waffel essen? – Achja…. Wir haben Maskenpflicht an der frischen Luft 🙁

Wieviel diese Maßnahmen bringen, sehen wir ja jetzt. Oder ist Herr Spahn etwa auch Maskenverweigerer?

Wenn Corona-Management durch Aktionismus ersetzt wird.
Bisher wurde immer verkündet: Abstand oder Maske. Beides ist unnötig und Unsinn.

So lange es diese Regelung Maske an der frischen Luft in Osnabrück gibt kaufen wir alles was möglich ist bei Amazon ein.

…ich wollte doch noch einmal ein Fontanella Eis beim Bummeln zu mir nehmen ?. Wieder eine kleine Alltagsfreude weniger.

Und wer sich so gar nicht damit anfreunden kann mit der Maskenpflicht in der Innenstadt kann doch einfach im osnabrücker Umland (bramsche, wallenhorst und/oder GM Hütte) ohne Maske bummeln und einkaufen gehen.

Wo steht geschrieben das man das Eis nicht mehr essen kann/darf beim bummeln? […] Genießen sie ihr Eis bei Fonta und niemand wird sie ansprechen wenn sie es dann in der krahnstrasse Essen. Ich denke das sie eher lustgefühle auf Eis bei anderen auslösen werden.

Quelle

DAS sind also die Sorgen der Osnabrücker:

  • Man kann nicht mehr entspannt bummeln (nicht einkaufen, BUMMELN) mit dem Eis in der Hand.
  • Man mag nicht einsehen, dass man eine Maske tragen muss, deshalb kauft man halt bei Amazon (Ätsch) – andererseits wird aber der Niedergang des lokalen Handels beklagt.
  • Man weicht in Nachbarorte aus, wo es noch keine derartige Maskenpflicht gibt.

Diese Beweggründe spiegeln leider das wieder, was man immer wieder in Diskussionen um Coronamaßnahmen antrifft. Die Leute beklagen sich darüber, auf ein wenig Luxus verzichten zu müssen. Kaum jemand scheint bereit, sein persönliches Opfer im Sinne der Gesellschaft zu bringen. Und die ganz, ganz schlauen Mitbürger weichen einfach dahin aus, wo manche Dinge noch erlaubt sind.

Gerade letzteres ist ja ein Grundproblem, welches auch schon im Frühjahr aufgetreten ist: Baumarkttourismus und Co. Gerade diese unbeschwerte Art und die damit einhergehende Nachlässigkeit hat doch erst dazu geführt, dass in Osnabrück jetzt die Maßnahmen verschärft werden müssen. Und genau die, die den ganzen Mist maßgeblich mit verursacht haben, ergreifen nun die Flucht und ziehen diese Nummer woanders nochmal ab.

Mir bleibt als Fazit nur ein Kopfschütteln und die Erkenntnis, dass anscheinend verdammt viele egoistische Covidioten zwischen uns verweilen, denen alles und wirklich jeder egal zu sein scheint.

 

Durchgeklickt… (18.10.2020)

Die Benjamin Blümchen-Erfinderin kämpft gegen Verschwörungsideologen – DER SPIEGEL

In der Coronakrise wird die rasende Reporterin Karla Kolumna aus der Benjamin Blümchen-Reihe missbraucht, um Journalisten zu diskreditieren. Autorin Elfie Donnelly wehrt sich – mit deutlichen Worten.

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Viele Ladenbesitzer haben Probleme mit Maskenverweigerern. Ihnen den Zutritt zu verweigern, kann jedoch heikel sein.

Die Corona-Warn-App verliert den Anschluss – Linus Neumann

Seit dem Launch der Corona-Warn-App sind bald 4 Monate vergangen. In dieser Zeit haben wir viel über das Virus gelernt. Dieses Wissen muss nun auch in der App ankommen.

Best of Informationsfreiheit: Bundesregierung auf der Flucht ins Privatrecht | heise online

Volle Kontrolle ohne lästige Verpflichtungen – Bundes- und Landesregierungen nutzen eine Gesetzeslücke, um sich der öffentlichen Kontrolle zu entziehen.

Bürgerinitiative naturnaher Schinkel

Osnabrück hat seit vielen Jahren ein Problem mit der Schaffung neuen Wohnraumes. Regelmäßig trifft die Stadt Osnabrück bei der Änderung von Flächennutzungs- und der Aufstellung von Bebauungsplänen aber auf den Widerstand von Osnabrücker Bürgern. Unter diesen scheint eine „Not in my Backyard“-Einstellung weit verbreitet.

Neuer Wohnraum? Gern, aber bitte nicht in der eigenen Nachbarschaft. Und wenn überhaupt, dann auf keinen Fall bezahlbare (Sozial)wohnungen. Es soll ja hübsch bleiben in der Nachbarschaft.

Symbolbild

Absurde Stilblüten treibt es nun im Osnabrücker Stadtteil Schinkel aus, in dem sich eine „Bürgerinitiative naturnaher Schinkel“ mit Händen und Füßen sowohl gegen die neuen Nachbarn, als auch gegen wissenschaftliche Erkenntnisse und letzten Endes auch die Realität auflehnt.

Größtenteils landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche soll dort einem Wohngebiet weichen und aus dem Acker wird nun kurzerhand ein wichtiger Naturraum gemacht. Weiterlesen →

Fahrradfahren in Osnabrück? Die CDU empfiehlt: „Schieben“

Sicheres Fahrradfahren in Osnabrück ist ein ewiger Zankapfel zwischen den Parteien des Stadtrats. Viele unnötige Todesfälle haben in der Vergangenheit jedesmal zu Beileidsbekundungen und Verbesserungsvorschlägen geführt. Was über die letzten Jahre passiert ist? Wenig bis gar nichts, wenn man mal von einem prestigeträchtigen, nur wenige Meter langen und sehr teuren Radweg am Wall absieht.

Die Pagenstecherstraße sollte in Angriff genommen werden, ebenso ein sicherer Radweg rund um den Wallring. Mal hakt es an der Manpower in der Stadtverwaltung, mal an Streitereien zwischen Politikern.

Insgesamt ist es ein beschämendes Schauspiel, welches die „fahrradfreundliche“ Stadt Osnabrück hier abliefert.

Den Vogel abgeschossen haben nun jedoch der radverkehrspolitische Sprecher der Osnabrücker CDU Marius Keite und der CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde. Weiterlesen →